Criss Cross

Kreuzworträtsel gehören seit über hundert Jahren zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen und kaum eine Tageszeitung verzichtet auf diesen Dauerbrenner. Was liegt also näher, aus dieser Idee ein Spiel zu entwickeln, an dem sich auch mehrere Spieler gleichzeitig beteiligen können. Tatsächlich gab es in der Vergangenheit bereits etliche mehr oder weniger gelungene Versuche in dieser Richtung. Einer der bekanntesten dürfte wohl SCRABBLE sein, das beihnahe schon zur Grundausstattunge eines Haushaltes zählt. Und so reiht sich die Spieleneuheit CRISSCROSS als eine weitere Umsetzung ein und muß sich auch an eben jenen bekannten Vorbildern messen lassen.
Auf den ersten Blick erinnert CRISSCROSS tatsächlich mehr an ein klassisches Kreuzworträtsel. Ein Block mit Karo-Linien, Bleistifte, Radiergummi... und Begriffekarten. Letzteres ist denn nun doch neu. Hier sind Beschreibungen vorgegeben, an die sich alle Spieler halten müssen wie beispielsweise 'Etwas, das oft gefälscht wird', 'Etwas in einer Flasche.', 'Ein Begriff aus der Physik.' oder 'Ein Grund zum Feiern.'. Gegen die Zeit, hier in Form einer 30-Sekunden-Sanduhr, suchen die zwei bis sechs Kreuz- und Querdenker fieberhaft nach passenden Begriffen, die einerseits möglichst lang sind, weil es dafür Punkte gibt, und andererseits irgendwie in das bereits bestehende Wortgeflecht passen. Denn von Runde zu Runde wird es immer enger auf dem selbstgebastelten Kreuzwortblatt und erst nach zwanzig Einzelrunden wird abgerechnet. Da kommt es dann schon oft vor, daß man zwar ein tolles Wort zu dem entsprechenden Oberbegriff weiß, es aber nirgends unterbringen kann und dann werden die 30 Sekunden Bedenkzeit zu einem echten Streßmoment. Was nach einer recht banalen Idee aussieht, entwickelt sich schnell zu einem vorzüglichen Spielvergnügen mit viel Esprit, Spannung und einem der Spielidee vollkommen angemessenen Aufwand. Wo andere Verlage eine Riesenschachtel womöglich mit Plastikgimmicks und überdimensioniertem Material gefüllt hätten, kommt CRISSCROSS handlich, bescheiden und nüchtern daher - gerade so, wie es vertretbar und empfehlenswert ist. Niemand muß sich hier ärgern über eine aufgeblasene überteuerte Präsentation, die nicht der Spielidee entspricht.

(Andreas Mutschke)


Der Klassiker "Scrabble" ist Pate des neuen Wortspiels "Criss Cross", das einen großen Nachteil seines Vorbilds eliminiert, nämlich die zum Teil doch sehr langen Wartezeiten, bis man wieder an die Reihe kommt. Dies, weil jeder Spieler sein eigenes Spielfeld bekommt, einen Zettel, auf dem ein scrabbleähnlicher Plan abgedruckt ist. Auch die beliebten, weil viele Punkte bringenden Verdopplungsfelder gibt es natürlich.

Anstatt nun aber mit irgendwelchen Buchstabenplättchen Worte zu basteln, wird zu Beginn jeder Runde ein Kärtchen umgedreht und einer der darauf stehenden drei Begriffe vorgelesen. Sodann suchen nun alle ein zu diesem Begriff passendes Wort, möglichst lang, denn jeder Buchstabe bringt einen Punkt.

Aber damit ist es noch nicht getan, denn nun muß noch ein Platz für dieses Wort am Plan gefunden werden. Am Anfang ist das kaum ein Problem, je länger das Spiel aber dauert, desto schwieriger wird es, muß man es doch in das bereits Geschriebene integrieren (wie bei einem Kreuzworträtsel).

Irgendwann, meist wenn er ein Wort gefunden hat, dreht dann ein Spieler die Sanduhr um und nun beginnt die Zeit erbarmungslos zu laufen. Und ist schließlich der Sand verronnen, ermittelt jeder den Wert seines Wortes und notiert ihn seitlich. Nach 20 Runden ist dann Schluß.

Wer gerne "Scrabble" spielt, der wird auch "Criss Cross" mögen, weil es flotter, spritziger ist. Und auch die manchmal doch recht seltsamen Wortkonstrukte meiner Mitspieler, die mir das Spiel meist verleidet haben, treten hier viel seltener auf.

(Helmut Wresnik)

"Criss Cross", F.X. Schmid, für 2 - 6 Spieler ab 10 Jahren