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Mississippi Queen
Das Spiel des Jahres 1997 heißt MISSISSIPPI QUEEN, wurde entwickelt von dem Spieleautor Werner Hodel und ist erschienen im jungen Goldsieber-Verlag, der seit drei Jahren mit originellen und gut präsentierten Produkten für frischen Wind in der Spielszene sorgt. MISSISSIPPI QUEEN darf in diesem Jahr den begehrten loorbeerbekränzten roten Spielkegel als Insignium für die höchste Auszeichnung in Sachen Spiel und verläßligstes 'Blindkaufsiegel' für Gelegenheitsspielekäufer benutzen.
Das Spiel führt uns in den Süden der Vereinigten Staaten, genauer gesagt nach New Orleans in die Zeit von Tom Sawyer, Huck Finn und Scarlett O'Hara in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Riesige Raddampfer befahren den 'Old Man River', den mit knapp über 6000 Kilometern drittlängsten Fluß der Welt. Die 3 bis 5 Spieler schlüpfen in die Rolle von Kpitänen eben jener Schaufelraddampfer und liefern sich ein Wettrennen auf dem Fluß. Doch nicht allein Geschwindigkeit ist dabei ausschlaggebend, sondern auch geschicktes Manövrieren in den vielen Seitenarmen des Flusses, dessen Verlauf bei Spielbeginn noch gar nicht feststeht, sondern erst im Laufe des Spiels deutlich wird. Alle Kapitäne befinden sich also auf einem unbekannten Terrain und haben mit denselben Schwierigkeiten umzugehen. Der Spielhintergrund dazu sind die vielen Seitenarme des Mississippi, die je nach Wasserstand nicht immer passierbar sind sowie die vielen kleinen Inseln, die aus demselben Grund mal überschwemmt sind, zu anderen Zeiten jedoch unüberbrückbare Hindernisse darstellen. In jeder Runde kann ein Kapitän die Geschwindigkeit um ein Zugfeld erhöhen oder abbremsen, sowie einmal die Richtung wechseln. Alle Aktionen darüberhinaus kosten zusätzliche Energie in Form von Kohleeinheiten, die allerdings sehr begrenzt sind. So bewegen sich die behäbigen Dampfer ständig auf Kollisionskurs mit den vielen Flußinseln sowie den Konkurrenten. Unterwegs gilt es darüberhinaus noch zwei Anleger anzufahren und dort Passagiere aufzunehmen. Mitunter ist das ein recht kniffliges Unternehmen, das von den Spielern etwas taktische Planung und Übersicht abverlangt, aber MISSISSIPPI QUEEN bleibt doch immer ein vergleichsweise unkompliziertes Familienspiel für Spieler ab etwa 10 Jahren. Die ausgesprochen ansprechende Ausstattung rundet das Bild eines empfehlenswerten Gesellschaftsspiels für die ganze Familie ab. (Andreas Mutschke)
Mehr als 14 Jahre, von Ende 1977 bis Anfang 1992, konnten sich die Leser des Spandauer Volksblatts im spiele-magazin über die interessantesten Neuerscheinungen auf dem Gebiet der Brett- und Kartenspiele unterrichten. Dieser bewährte Service soll ihnen ab jetzt wieder regelmäßig geboten werden. Wie damals steht dafür der Spielexperte L.U. Dikus zur Verfügung. Als Mitglied der Jury Spiel des Jahres hat er sich zum Einstieg natürlich den diesjährigen Hauptpreisträger ausgewählt, der gerade erst Anfang der Woche auf einer Pressekonferenz im Grandhotel Esplanade bekannt gegeben worden ist. Wer wollte nicht gern einmal wie Mark Twain auf einem Schaufelraddampfer den Mississippi hinunterfahren? Spannung und Atmosphäre einer solchen Fahrt bringt Mississippi Queen (Goldsieber) von Werner Hodel auf den heimischen Spieltisch. 3 - 5 Kapitäne können mit ihren Miniaturdampfern zu einem Wettrennen antreten und sich dabei harte Positionskämpfe liefern. Ganz ohne Würfel, allein durch umsichtigen Einsatz ihrer knappen Kohlevorräte und kluge Kurswahl und Tempowechsel. Spieltechnisch ist dies sehr elegant gelöst. Während das eine Schaufelrad die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt, läßt sich auf dem anderen die verbliebene Kohle ablesen. Kohle braucht man, um Geschwindigkeit und Richtung über das Normalmaß hinaus zu verändern. Etwa um vor einer plötzlich auftauchenden Insel das Ruder herumzureißen oder um zum Anlegen stark abzubremsen. Kein Rennen gleicht dem anderen, weil der Fluß Abschnitt für Abschnitt stets aufs neue ausgelegt wird. Wer dem Feld mit Volldampf vorauseilt, weiß deshalb nie, wie es hinter der nächsten Biegung weitergeht, und kann sich leicht auf einem falschen Kurs wiederfinden. Ein Start-Ziel-Sieg ist praktisch ausgeschlossen, weil im Laufe des Rennens auf zwei beliebigen Inseln Passiere aufgenommen werden müssen. Dadurch sind Führungswechsel programmiert, und bleibt der Ausgang jeder Wettfahrt bis zuletzt offen. Für Interaktion ist ebenfalls hinreichend gesorgt. So kann ein von hinten heranbrausender Dampfer vor ihm liegende Konkurrenten abdrängen und dadurch zu einem lästigen Umweg zwingen. Freilich um den Preis, bei nächster Gelegenheit selbst auf diese Weise aus der Bahn geworfen zu werden. Mississippi Queen ist ein Spiel, das sich auch dem Gelegenheitsspieler auf Anhieb erschließt. Eine Partie dauert etwa eine dreiviertel Stunde und läßt damit Raum für gleich noch ein zweites Rennen. Genau das Richtige für die ganze Familie. Der Ladenpreis von derzeit noch etwa 60 DM dürfte sich aufgrund der jetzt zu erwarten den Auflage von einigen hunderttausend Stück deutlich nach unten bewegen. Ohne Zweifel ist Mississippi Queen völlig zu Recht zum Spiel des Jahres gekürt worden. Einen vollständigen Überblick über alle bisherigen Preisträger seit 1979 und die weiteren Titel der alljährlichen Empfehlungsliste gibt ein von der Jury herausgegebener Ratgeber, der dieser Tage im Don Bosco Verlag erschienen ist. Er kostet 12,80 DM. (L.U. Dikus)
Majestätisch fließt der Mississippi, der Vater der Ströme, dahin. Dort tragen die Kapitäne der berühmten Schaufelraddampfer einen Rennwettbewerb aus. Wer als erster die Rennstrecke mit seinen Passagieren bewältigt, dessen Schiff erhält den begehrten Titel Mississippi Queen. Die Dampfer gehen auf dem Startfeld in Positionen, nehmen den notwendigen Kohlevorrat an Bord und los geht es. Alle starten mit Geschwindigkeit 1, das heißt, das Schiff darf um ein Feld vorwärts gezogen werden. Vor jedem weiteren Zug darf der Kapitän entscheiden, ob er die Geschwindigkeit beibehält, erhöht oder drosselt. Eine Veränderung um 1 kostet keine Energie. Will man jedoch um 2 oder mehr beschleunigen oder abbremsen oder den Dampfer um mehr als 60 Grad drehen, so kostet das Kohlen, und der Kohlevorrat ist sehr begrenzt. Wer zu sorglos damit umgeht, läuft Gefahr, auf ein Hindernis, z.B. auf eine der zahlreichen kleinen Inseln, aufzulaufen und unterzugehen. Die Mississippi Rennstrecke besteht aus insgesamt 12 Teilen, von denen zuerst nur zwei ausgelegt werden. Aus den übrigen Teilen entwickelt sich dann allmählich der Strom. Der Spieler, dessen Dampfer zuerst auf dem neuen Teil landet, muß würfeln, wie der Strom weiterfließt. Möglich ist eine Links- oder Rechtswindung oder ein gerader Verlauf. Ein zu schnelles Vorpreschen hat hier schon manchen Kapitän den Sieg gekostet, wenn der Strom eine andere Richtung nahm als erhofft. Auch wer gerammt wird, findet sich schnell in einer ungünstigen Position wieder, aus der er sich nur durch Einsatz von Kohlenenergie schnell befreien kann. Mississippi Queen ist ein solides Start-/Zielspiel, das aber keine neuen Maßstäbe setzt. Sehr schön ist das Material, das die Südstaatenromantik recht gut nachempfindet. Manche behaupten gar, das Spiel werde dadurch zu einer regelrechten Inszenierung. (Dorothea Heß) Mississippi Queen von Werner Hodel, Goldsieber, 3-5 Spieler, ca. 60 DM
Einfache Spielideen haben, stimmungsvoll aufgemacht, durchaus das Potential zum "Spiel des Jahres". Dies hat vor einigen Jahren das Würfelspiel BLUFF bewiesen, das als LÜGENPASCH oder MÄXCHEN bewährte Kneipenspiel. Das kann 1997 auch für das Raddampfer-Rennen MISSISSIPPI QUEEN gelten. Die Spielidee entspricht dem Papier- und Bleistiftspiel KARORENNEN, das in den 60er Jahren in den USA entwickelt wurde. Der Spieleautor Werner Hodel hat durch pfiffige Spielmechanismen das ursprüngliche Autorennen auf's Wasser verlegt. Den vielen Windungen des Mississippi folgend, können sich 3 bis 5 Kapitäne auf ein Wettrennen auf dem "ol' man river" freuen. Bei der Steuerung und Bewegung der Raddampfer spielen zwei Schaufelräder mit den Werten eins bis sechs eine entscheidende Rolle. Das rote Rad bestimmt die Geschwindigkeit der Dampfer, das schwarze den Kohlevorrat. Nach jedem Spielzug darf die Geschwindigkeit um einen Punkt verringert oder erhöht werden, größere Beschleunigungen oder stärkeres Abbremsen kostet Kohlepunkte. So ausgestattet, setzt sich jeder Spieler den Unwägbarkeiten des Flusses aus. Hier liegt auch der ganz besondere Reiz des Spiels, denn der Flußlauf wird erst im Laufe des Spiels aus 12 Teilen zusammengepuzzelt, so daß niemand weiß, ob der Fluß demnächst eine Rechts- oder Linksbiegung machen wird oder auch nur gemächlich geradeaus weiterfließt. Sobald ein Dampfer auf dem vordersten Flußteil angekommen ist, entscheidet ein Richtungswürfel über den weiteren Flußverlauf. Wer sich zu weit nach vorn wagt, hat vielleicht plötzlich eine Insel vor seinem Bug und muß schleunigst abbremsen, vielleicht hat er sich aber auch ins Abseits manövriert, da er nicht mit einer Biegung gerechnet hat. Auf manchen Inseln warten unterwegs Passagiere, zwei muß jeder Raddampfer aufnehmen, um an der Landungsmole anlegen zu können. Bis dahin ist aber viel Wasser den Mississippi hinuntergeflossen. Spannende Überholmanöver, Abdrängversuche, stets sorgenvolle Blicke auf den Kohlevorrat, denn wenn dieser versiegt, ist das Rennen gelaufen, kennzeichnen das spannende Wettrennen über die 12 Flußteile. Der Verlag Goldsieber hat das Spiel grafisch und von Material her überzeugend umgesetzt, das Regelwerk ist vorbildlich aufbereitet, so daß Spielanfänger über die "Mississippi Queen - Fahrschule" ganz schnell in die Spielmechanismen eingeführt werden. Alles Voraussetzungen dafür, daß MISSISSIPPI QUEEN nicht nur auf der Nominierungsliste für das "Spiel des Jahres" 1997 bleibt, sondern alle anderen Kandidaten überrunden und am Ende als "The winner is ..." ausgerufen wird. (Wieland Herold, Ahlfelder Zeitung) Löwenherz, Goldsieber, Klaus Teuber, Spielerzahl: 2 - 4, ab 12 Jahren
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