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Molukki
Der Edition Perlhuhn in Göttingen verpackt ihre Spiele, auf Skai-Plänen gedruckt, stets in Röhren. Eine der 96er-Neuheiten, im Oktober erschienen, duftet aus dieser Röhre, ein ganzer Gewürzladen steckt in ihr. Wenn schon ein Handelsspiel im fernen Pazifik, dann aber mit echten Gewürzen, muß sich Reinhold Wittig, der Autor, gesagt haben. Molukki heißt dieses neue Spiel für drei bis fünf Spieler, nach den berühmten Gewürzinseln, den Molukken benannt. Nelken, Pfeffer, Zimt, Ingwer und Muskatnüsse werden, was am Anfang mit etwas Arbeit verbunden ist, in 50 Gewürzboxen verpackt. Jede der zehn Inseln auf dem Spielplan - die Lage entspricht exakt der der Gewürzinseln - hat diese fünf Gewürze als Waren zur Verfügung, wobei die Spieler aber nicht wissen, welches Gewürz in welcher Box ist. Jeder Spieler erhält zwei Handelsschiffe, außerdem segelt zur Bedrohung aller noch ein Piratenschiff mit.
Die Spieler steuern die zehn Inseln an und versuchen möglichst Gewürzquartette zu sammeln. Das Spiel endet, wenn einer mit beiden Schiffen das Ziel erreicht hat und mindestens ein Quartett sammeln konnte. Bewegungsmotor sind zwei Würfel, wobei aber nicht einfach die Würfelzahlen für die Fortbewegung der Schiffe addiert werden, sondern mit dem Mut zum Risiko große, aber gefährliche, und kleine, dafür sicherere Schritte eingeplant werden können. Das funktioniert so: Mit einem Würfel gibt der Spieler, der am Zug ist, eine Zahl vor. Er legt diese Zahl auf den Tisch, würfelt also nicht. Der zweite Würfel wird geworfen, der Wurf darf, um gültig zu sein, die vorher festgelegte Zahl maximal um einen Punkt unterschreiten. Bei einer vorgegebenen "fünf", muß danach mindestens eine "vier" erreicht werden, andererseits darf der Spieler dann neun, zehn oder elf Felder vorwärtsfahren. Bei der Landung in einem Inselhafen können restliche Punkte verfallen. Dort darf ein Gewürz mitgenommen werden, dazu kann man alle vorhanden Boxen öffnen, um nach einem bestimmten Gewürz zu suchen. Spieler mit guten Nasen können vereinbaren, daß nur geschnuppert werden darf. Da man nicht weiß, was die Mitspieler sammeln, kommt es natürlich zu Engpässen im Spielverlauf. Am Ende gewinnt der Spieler, der am meisten Geld mit seinem Gewürzhandel verdienen konnte, wobei angefangene Quartette mit geringem Punktabzug geahndet werden. Molukki enthält viele taktische Möglichkeiten, ist aber nicht zu schwer, so daß es sehr gut als Spiel für die ganze Familie geeignet ist. Die Beobachtung der Mitspieler ist wichtig, das Abwägen, ob sich ein schnelles Spielende lohnt, wenn früh Quartette gesammelt wurden. Pfiffig gelöst, ist die Idee mit den beiden Würfeln. Ein rundum gelungenes und durch das Spielmaterial zwar recht teures, aber sehr überzeugend gestaltetes Spiel! Wieland Herold "Molukki" von Reinhold Wittig, Perlhuhn, für 3 - 5 Spieler ab 8 Jahren
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