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Sharp Shooters
Wer hin und wieder einen Blick ins spielende Amerika riskiert, bekommt manchmal schon das zu sehen, was einige Jahre später dann auf unsere Spieltische kommen wird. Nicht selten sind diese Ausblicke geradezu erschreckend, doch hin und wieder entdeckt man auch ein Spiel, dem man den erfolgreichen Sprung über den großen Teich wirklich wünscht.
Ein Beispiel dafür ist "Sharp Shooters", ein Würfelspiel aus dem Hause MB. Zwei Gründe gibt es, warum man nicht ganz achtlos daran vorbeigehen sollte. Erstens wurde "Sharp Shooters" im letzten Jahr von der amerikanischen Zeitschrift Games zum "Game of the Year" gekürt und zweitens soll, und da kann ich mich im Moment nur auf Gerüchte verlassen, denn das Spiel selbst gibt dazu keine Informationen preis, der Erfinder von "Bluff", Richard Borg, an seiner Entwicklung beteiligt gewesen sein.
Wie schon bei "Bluff", so ist auch bei "Sharp Shooters" ein Würfel-Klassiker das Grundgerüst - "Yatzee". Wichtigstes Element des Spiels sind neben den Würfeln, von denen jeder je nach Anzahl der Spieler zwischen 5 und 16 bekommt, die 12 beidseitig bedruckten Karten, auf denen 6 Würfelkombinationen abgedruckt sind. Ein Beipiel: Diese Kombinationen gilt es nun im Laufe des Spiels aufzufüllen. Dabei ist aber nur entscheidend, wer den letzten Würfel einer solchen Kombination legt, also z.B. bei den 4 Einsen, wer den letzten Einser legt, denn nur er bekommt, in Abhängigkeit von der Kombination, einen entsprechenden Geldbetrag ausbezahlt. Nicht den letzten Würfel wird man hingegen bei jenen Reihen legen wollen, deren Erfüllung eine Geldstrafe nach sich zieht (in unserem Beispiel wäre das die dritte Reihe mit dem einen Vierer), doch läßt sich das manchmal nicht vermeiden, da man immer gezwungen ist, zumindest einen Würfel auch zu legen, sofern der Würfelwurf dies zuläßt. Das war im Grunde schon das ganze Spiel. Wissen sollte man eigentlich nur noch, daß man jede Runde mit fünf Würfeln bzw. mit allen, wenn man nicht mehr so viele hat, beginnt und so lange würfeln darf, bis man entweder nicht mehr legen kann oder nicht mehr weitermachen will. Ja und die Sterne im obigen Beispiel sind Joker, können also mit einer beliebigen, aber für alle Sterne gleichen Zahl belegt werden. Je nach Lust und Laune spielt man nun eine bestimmte Anzahl von Karten (acht bis zehn sind ideal) durch und wer danach das meiste Geld hat, gewinnt. "Sharp Shooters" ist, das erkennt man schon aus dieser Beschreibung, lange nicht so "intellektuell" wie "Bluff", aber das ist auch gut so, denn damit ist "Sharp Shooters" bestens als Familienspiel geeignet, was ja für "Bluff" nicht unbedingt zutrifft. Hier kann durchaus schon das achtjährige Kind problemlos mit seinen Eltern und Großeltern am Spieltisch sitzen und alle kommen voll auf ihre Rechnung. Natürlich regiert das Glück in überwiegendem Maße, doch trotzdem kommt man sich nicht gespielt vor. Und hin und wieder gibt es sogar Situationen, wo ein wenig taktisches Spielen und Beachten der Wahrscheinlichkeiten einen kleinen Vorteil bieten, wenigstens in der Theorie. Aber wenn man dann in zwei Runden mit fünf Würfeln keinen Einser schafft und einem deswegen 100 Punkte durch die Lappen gehen, zweifelt man dann doch ein wenig an sich und der Wahrscheinlichkeit. Abgerundet wird dieser äußerst positive Eindruck noch durch die gelungene Gestaltung. Als Würfelarena steht ein halbes mit "grünem Filz" ausgelegtes Würfelboard zur Verfügung, in das seitlich ein kleines Plastikspielbrett integriert ist, unter dem die zu bespielende Karte liegt und auf das die Würfel abgelegt werden. Das einzige Manko an diesem Spiel ist, aber das wird sich, so hoffe ich wenigstens, schon bald ändern, daß das Spiel bei uns noch nicht erhältlich ist. Wer nicht warten will, soll daher entweder Kontakte nach Amerika nützen oder einmal bei Eamon Bloomfield nachfragen (Email: Gamecorner@aladdin.co.uk), der immer wieder einige Exemplare auf Lager hat. (Helmut Wresnik) "Sharp Shooters", MB (USA), 2 bis 6 Spieler ab 8 (12) Jahren.
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