Skarabäus

Der Verlagsinhaber der Siebenstein-Spiele, Jürgen Reiche, bleibt seiner Vorliebe für abstrakte taktische Spiele, in historische Vorzeiten verpflanzt, treu. Diesmal begibt er sich zurück zu den alten Ägyptern. Das Spiel SKARABÄUS ist ein Zweipersonenspiel, das sowohl taktische als auch Memoryelemente enthält.
Die beiden Spieler sind Repräsentanten der beiden Königreiche Ober- und Unterägypten. Wir stehen kurz vor der Vereinigung dieser beiden Reiche unter dem Pharao Narmer um 3000 vor unserer Zeitrechnung. Jeder Spieler erhält zwölf Spielsteine, die auf der Rückseite alle einheitlich ein Skarabäus-Symbol tragen, auf ihrer Vorderseite aber unterschiedliche Zeichen, Herrschaftssymbole ihrer Reiche (Schilfrohr oder Biene). Die Spielsteine werden während des Spiels verdeckt, d.h., mit dem obenliegenden Skarabäus-Zeichen ins 5x5-Felder große Spielfeld gebracht. Zusätzlich wird zu Spielbeginn ein Sonderstein, der Horus-Falke, gesetzt. Im Spielverlauf kann jeder Spieler stets zwei von fünf verschiedenen Aktionen ausführen. So kann jeweils ein Spielstein plaziert werden, zwei beliebige ausliegende Steine können ausgetauscht werden, einen eingesetzten Stein darf man um ein Feld verschieben, auch die Möglichkeit sich zwei verdeckte Steine anzusehen gibt es. Diese ersten vier Operationen dienen der Vorbereitung der entscheidenden fünften Aktion. Immer dann, wenn ein Spieler drei neben- oder untereinanderliegende Steine seines Machtbereichs aufdeckt, darf er nämlich einen verdeckten Spielstein aus dem Spiel nehmen, möglichst natürlich einen gegnerischen. Der entfernte Stein darf nicht wieder eingesetzt werden. Damit der Spieler, der eine solche Reihe erreicht hat, nicht im übernächsten Zug gleich wieder zuschlagen kann, muß er zusätzlich einen seiner drei Steine aus dem Spiel nehmen. Dieser kann aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Spiel gebracht werden. Die Position des Horusfalken sollte man sich in diesem Spiel genau merken, deckt man ihn nämlich in der Dreierreihe auf, darf der Gegenspieler einen beliebigen, auch offen liegenden Spielstein entfernen. Noch schlimmer kommt es, wenn der entfernte Stein der Horusfalke sein sollte, dann verliert der Spieler, der den Stein erobert hat, alle drei offenen Spielsteine. Das bedeutet in der Regel den Spielgewinn für den Gegner.

In dem Spiel SKARABÄUS die Übersicht zu bewahren, ist nicht einfach. Man sollte darauf achten, nicht zuviele Spielsteine ins Spiel zu bringen, um aus der Hinterhand durch richtige Plazierung Dreierreihen bilden zu können, aber auch hier kann der Gegenspieler durch Austausch von Spielsteinen reagieren. Das Spiel endet, wenn ein Spieler zehn Spielsteine verloren hat. Jürgen Reiche hat mit SKARABÄUS ein abwechslungsreiches Spiel entwickelt. Eine gelungene Mischung aus bekannten Spielprinzipien: Mühleanklänge und der Memoryeffekt machen Skarabäus zu einem Spiel, bei dem auch Kinder gut mithalten können. Das Spielmaterial entspricht der gewohnt guten Siebenstein-Qualität. Verpackt in einem Holzkistchen, mit erläuternder pergamentartiger Banderole versehen, sind ein Filzspielplan, große quadratische Holzspielsteine und die tadellose Spielregel. Für rund 40.- DM ist das Spiel wohlfeil zu erwerben.

(Wieland Herold)

Skarabäus, Siebenstein-Spiele, Bruchfeldweg 6, 48161 Münster
Autor: Jürgen Reiche, Spielerzahl: 2 ab 8 Jahren, Spieldauer: ca. 20 Minuten