Take it easy XXL

Bei «Take it Easy XXL» können jetzt mehr mitspielen Keine Sorge: Bei «Take it easy XXL» können alle mitspielen, nicht nur jene, die diese Kleidergrösse tragen. Ein Klassiker unter den Legespielen macht in der neuen Version noch viel mehr Spaß.
Der Trend bei den Spielen ­ unsere Zeitung hat an dieser Stelle schon mehrmals darüber berichtet ­ geht in Richtung Abspecken. Aus wirtschaftlichen Überlegungen verzichten die Hersteller auf große Verpackungen, aufwendiges Spielmaterial und leider sehr oft auch gewichtige Inhalte. Die Entwicklung hat jedoch auch etwas Positives, indem sie Spielerinnen und Spielern eine ganze Reihe von kleinen Kartenspielen beschert hat, angefangen von «6 nimmt!» über «Zum Kuckuck!» bis hin zu «Bohnanza» oder «Mini Inkognito».
Anderer Weg
«Take it Easy» aus dem F.X. Schmid-Verlag geht einen ganz anderen Weg. Seit es auf dem Markt ist, hat sich dieses Legespiel einen großen Kreis von Fans geschaffen, vor allem unter Kindern und Erwachsenen, die entweder eher ruhige Spiele mögen oder aber Spiele, die sich im während des Spielens langsam entwickeln und bei denen nicht schon zu Beginn Brett und Material fertig auf dem Tisch liegen.
Auffallend ist, daß «Take it Easy» gerade bei Frauen sehr beliebt ist. Weshalb? Offenbar hängt dies damit zusammen, weil viele Frauen Spiele bevorzugen, in denen die andern in erster Linie Mitspielerinnen und Mitspieler sind, weniger Gegnerinnen und Gegner. Integration am Spieltisch ist in solchen Spieler wichtiger als gegenseitiges Eliminieren, Kommunikation und Spielerlebnis wichtiger als berechnendes Taktieren. Was das kommunikative Element betrifft, so ist «Take it Easy» ­ der Zusatz «XXL» bezeichnet die unlängst erschienene Variante für bis zu 8 Personen ­ die Ausnahme, die die Regel bestätigt. «Take it Easy» läßt sich nämlich wie eine Patience ganz allein spielen mit dem Ziel, jedesmal eine noch bessere Punktzahl zu erreichen. Kommunikativ ist das ja nicht unbedingt!
Enger und enger
Worin liegt denn der Reiz dieses seltsamen Spiels? Mit 19 von jeweils insgesamt 27 sechseckigen Kärtchen, die immer drei farbige Reihen mit unterschiedlichen Punktzahlen aufweisen, müssen alle Teilnehmenden versuchen, auf ihren Spielplänen möglichst durchgehende Farbreihen von Rand zu Rand zu bilden. Nicht durchgehende Reihen zählen in der Schlussabrechnung nicht. Der Witz liegt darin, daß alle Spielerinnen und Spieler das gleiche Material zur Verfügung haben und immer dasselbe sechseckige Kärtchen plazieren müssen. Welches es ist, wird vom sogenannten «Öffner» nach dem Zufallsprinzip bestimmt.
Zu Beginn läßt sich für die jeweiligen Kärtchen noch problemlos ein Plätzchen finden. Im Verlauf des Spiels wird es jedoch enger und enger, und schon muß man Reihen zerstören, die sich doch so punkteträchtig entwickelt haben. Doch ein Blick auf die Spielpläne der Mitspielerinnen und Mitspieler bei der Endabrechnung zeigt, daß es den anderen nicht besser ergangen ist ­ geteiltes Leid ist halbes Leid! 307 Punkte sollen in »Take it Easy» möglich sein. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so viel erreicht hat. Und bis ich selbst nur annähernd so weit bin, wird es vermutlich noch Jahre dauern. Aber wie heißt es doch so schön? Der Weg ist das Ziel.

(Synes Ernst)

Take it easy XXL von Peter Burley, F. X. Schmid, für: 1 bis 8 SpielerInnen ab 10 Jahren
In der ersten Version auf der Auswahlliste zum «Spiel des Jahres 1994»