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Thrill
Es gibt so ein paar Kunststoffsorten, die elend rutschig sind. Jedenfalls dann, wenn Plastik auf Plastik gleitet. Thrill besteht aus einem knapp handspannenbreiten Kunststoffbrett, das auf einem Drehteller gelagert ist. Auf der einen Seite liegen fette, runde Kunststoffscheiben in drei verschiedenen Größen. Auf der anderen sitzt ein breiter Schieber, der bei jedem Zug bis zu einem Anschlag in die Richtung der Scheiben bewegt wird.
thrill definiert mein Lexikon als 'prickelndes Gefühl, Nervenkitzel, aufregendes Erlebnis'. Der Thrill liegt bei diesem Spiel darin, daß die Plattform mit den Scheiben ziemlich vollgepackt ist. Doch der Schieber quetscht noch eine weitere Scheibe hinzu. Wenn kein Platz mehr ist plumpst am Rand die eine oder andere Scheibe herunter. Und das kostet. Bei Spielbeginn bekommt jeder der zwei bis sechs Spieler 10 Chips als Zahlungsmittel. Ein Spieler wird zum 'Chef der Scheiben' ernannt. Er wählt aus einem kleinen Vorrat eine Scheibe aus, die im folgenden Zug untergebracht werden muß. Dann kann wird ermittelt, wer den Zug ausführt. Dazu nimmt jeder aus seiner Kasse beliebig viele Chips in die Faust. 'Beliebig' ist ein wenig übertrieben, denn der Vorrat ist begrenzt und man kann nur Chips einbüßen, aber keine hinzugewinnen. Jeder versucht deshalb, zahlungsfähig zu bleiben, denn wer Pleite macht und keine Chips mehr hat scheidet aus. Zugleich öffnen alle Spieler die geschlossene Faust. Natürlich kann man auch die leere Faust bieten. Alle eingesetzten Chips werden abgegeben und sind verloren. Wer am wenigsten Chips eingesetzt hatte, muß den Zug ausführen. Bei Gleichstand ist es der, der im Uhrzeiger als nächster auf den 'Chef der Scheiben' folgt. Es trifft also immer einen Spieler, und der ist jetzt dran. Es plaziert die Scheibe vor dem Schieber und drückt diesen gaaanz vorsichtig bis zum Anschlag. Wenn dabei keine Scheibe vom Brett purzelt hat er Glück gehabt. Sonst wird es zur Kasse gebeten. Einen Chip für eine kleine Scheibe, zwei für eine mittlere, drei für eine große. Das reißt schnell böse Löcher in die Kasse. Diese Version spielt man mit Vergnügen einmal durch und wendet sich dann sofort der verschärften Variante zu. Da bekommt jeder Spieler zusätzlich ein halbes Dutzend Kärtchen. Mit zwei Kärtchen kann man ein Gewicht einsetzen. Das ist ein massiver Metallzylinder, den man auf eine beliebige Plastikscheibe auf dem Brett setzt. Das Gewicht hält diese Schiebe fest, was die Bewegungen der anderen Scheiben noch schwerer einschätzbar macht. Die anderen Scheiben erlauben einen Tip. Ein Spieler sagt zum Beispiel voraus, daß im nächsten Zug keine Scheibe über den Brettrand fallen wird. Hat er die Situation richtig beurteilt, so darf er seine Tipkarte behalten und bekommt einen Mini-Chip. Drei dieser Kleingeldmünzen erst bringen einen richtigen Chip - die einzige Möglichkeit im Spiel, die Kasse ein klein wenig aufzubessern. Der Tip, daß eine Scheibe herunterfallen wird bringt natürlich nur dann klingen Münze, wenn diese Vorhersage dann auch wirklich eintrifft. Das Prinzip dieses Spiels machen sich manche Münzspielautomaten zu Nutze. Dort wird allerdings um echtes Geld gespielt, der Automat bewegt den Schieber und die Gewinnmöglichkeiten sehen besser aus, als sie sind, wie das nun mal bei den Groschenbeißern so ist. Thrill ist die originelle Abwandlung dieses Grundprinzips. Auch wenn man nicht um Geld spielt, ist es spannend - oder vielleicht gerade deshalb? (Tom Werneck) "Thrill" vom Krag-Team (= J. Grunau, W. Kramer und H. Raggan), Redaktion: Stefan Brück, Graphik: GGK Salzburg, F.X.Schmid, Pf 1465, 83204 Prien, Tel: 08051 / 6908-0, Fax: 08051 / 62591, 2 bis 6 Spieler
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