Twins

Es gibt wohl niemanden, der Poker nicht kennt, auch wenn er es selbst vielleicht noch niemals gespielt hat. Mit der Variante "Twins" bietet sich nun die Gelegenheit, etwas "Pokeratmosphäre" schnuppern. Doch sind solche Varianten immer gefährlich, weil sie meist nur schlechte Kopien des Originals sind. Und das trifft leider auch auf "Twins" zu.
Zentraler Begriff ist das Paar, das in drei Formen auftreten kann: Die Karten haben den selben Wert und die Zahlen die selbe Farbe, die Karten zeigen den selben Wert aber die Zahlen verschiedene Farben und die Karten haben die selbe Farbe, wobei der Wert keine Rolle spielt.

Aus acht Karten, zwei kann man sich später noch dazukaufen, soll man nun vier "Paare" bilden, um damit in vier aufeinander folgenden Runden zu reüssieren. Dabei passiert in jeder Runde etwas anderes:
1) Die beiden Spieler mit den niedrigsten Kombinationen zahlen je zwei Chips in den Pott.
2) Der Höchste erhält drei Chips.
3) Der Letzte zahlt einen Chip und spielt in der letzten Runde nicht mit.
4) Der Höchste erhält den ganzen Pott.

Und dies wiederholt sich nun solange, bis ein Spieler pleite ist. Das kann sehr schnell gehen, sich aber auch ziehen. Und vor allem da wird das Ganze dann langweilig. Es knistert nichts, es kommt keine Spannung auf und der einzige Reiz besteht im vorzeitigen Aufhören. Also wenn schon Pokern, dann richtiges Pokern, mit verrauchtem Zimmer, Whiskey und echten Dollarscheinen am Tisch - aber das ist ja verboten!

(Helmut Wresnik)

"Twins" von Reiner Knizia, Amigo, für 3 - 6 Spieler ab 12 Jahren.