Wilhelm II

Für das Deutsche Historische Museum in Berlin hat Gerhard Kuhlmann eine alte Gänsespielvariante aus dem Jahre 1888, die KAISERREISE WILHELM II. (Kuhlmann Geschichtsspiele), überarbeitet. Die gut gelungene Reprint-Ausgabe enthält neben der alten Regel Kuhlmanns reizvollen neuen Vorschlag: Wie im Gänsespiel geht es um einen Spieleinsatz. Von 70 Spielmarken sollen die Hälfte auf das Zielfeld gelegt werden, die andere Hälfte wird sieben Monarchen auf einem extra Datenblatt zugeordnet. Vor Spielbeginn entscheidet sich jeder Spieler geheim für einen dieser Potentaten und schreibt dessen Namen auf einen Zettel. Gewürfelt wird in Kuhlmanns Variante mit zwei Würfeln, wobei mit dem Wurfergebnis ein oder zwei beliebige Spielfiguren gesetzt werden können. Einnahmen und Ausgaben werden nach den entsprechenden Ereignisfeldern zwischen dem Zielfeld und den Monarchenfeldern abgerechnet. Ein Monarch, der seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, scheidet aus. Spielfiguren dürfen sich auch rückwärts bewegen, so daß ein vielschichtiges taktisches Geplänkel, das zum Ausscheiden von Figuren führt, stattfindet. Das Spiel endet, wenn eine Figur das Zielfeld Berlin erreicht. Dieser Monarch erhält dann die dort liegenden restlichen Spielmarken. Das Spiel endet aber auch, wenn im Zielfeld kein Geld mehr liegt. Der Ansatz, aus simplen alten Würfelspielen noch mehr herauszuholen, ist interessant und findet hoffentlich Nachahmer.

(Wieland Herold)

Titel: Wilhelm II. Kaiserreise, Verlag: Deutsches Historisches Museum,Autor: Gerhard Kuhlmann
Spielerzahl: 2 bis 7, Alter: ab 6 Jahren, Spieldauer: ca. 30 Minuten