X-Pasch Deluxe

Der Trend der Spiel 97 war der Trend zur Erweiterung. Bei den Siedlern sind wir es ja schon eine geraume Zeit gewohnt, daß der Ursprungskasten mit den wenigen Inselplättchen inzwischen recht voll geworden ist, auch EL GRANDE ist schon bei Erweiterung Numero zwo angekommen. Die Kakaobohnen, Weinbrandbohnen und Kaffeebohnen fehlten bisher in Rosenbergs BOHNANZA, nun können mit ihnen sogar sieben Spieler Pflanzversuche durchführen. Zu ROBO RALLY gibt's eine Grand Prix-Erweiterung und Valentin Herman, den ich für sein X-PASCH, das er letztes Jahr in essen vorgestellt hat, an dieser Stelle über den grünen Klee gelobt habe, hält sich auch nicht zurück und bietet ein X-PASCH DELUXE an.
Die hübsche Videoschachtelverpackung ist durch eine konventionelle Pappschachtel ersetzt worden. Einige zusätzliche Markierungssteine, ein vierter Würfel und - ganz entscheidend - 55 weitere Spielkarten machen die Erweiterung aus.

Noch einmal kurz zum Ursprungsspiel: Mit Hilfe von Spielkarten, die Firmen repräsentieren, und Vorstandsmitgliedern versucht man die Kontrolle über ausliegende Firmen zu erreichen. Jedes Mal, wenn man wieder an der Reihe ist, kassiert man für die Firmen, die man besitzt, Profit (Euros).

Die Firmen und Vorstandsmitglieder werden durch je einen roten, grünen und blauen 6er-Würfel ins Spiel gebracht. Ein Wurf bietet verschiedene Möglichkeiten:
Man kann Firmen aus seinen Handkarten auslegen, wenn man die Ziffer, die sich auf jeder Firmenkarte befindet, genau erreicht hat. Für die Firmengründung dürfen je nach Vorgabe der Karte ein bis vier Vorstandsmitglieder in der Firma plaziert werden. Bleiben Würfelwerte ungenutzt oder wird gar keine Karte ausgelegt, lassen sich mit Hilfe der Würfelkombination Vorstandsveränderungen in anderen Firmen vornehmen. Jeder dazu benutzte Würfel entspricht einem Vorstandsmitglied, so daß im Regelfall maximal drei Spielsteine neu gesetzt werden dürfen. Auch hier gilt, wie beim Kartenauslegen, die Firmenziffer muß genau getroffen werden. Wurde der letzte Würfel nicht genutzt, darf man dafür unter bestimmten Bedingungen eigene Vorstandsmitglieder verschieben. Eine besondere Ausnahme betrifft den Drillingwurf: Mit fünf Vorständen, auf einer beliebigen Karte ablegbar, kann man voll zuschlagen.

Gespielt wird in der Grundvariante auf 120 Punkte. Gab es in der ersten Fassung schon Ergänzungsregeln - zum Beispiel den Konkurswurf, mit dem man ganze Firmen sprengen kann- , die Drive ins Spiel brachten, so legt Valentin Herman mit seinen 55 Zusatzkarten noch einmal gewaltig zu. Das Spiel wird dadurch noch fetziger.

Nach den Ergänzungsregeln darf man seine Handkarten insgesamt auf acht (früher fünf) erweitern, drei davon dürfen von dem neuen Kartensatz genommen werden. Eine Sonderkarte, die "Manager Academy" liegt offen aus und kann bei einer gewürfelten Straße (1,2,3;2,3,4 etc.) mit Vorstandsmitgliedern bestückt werden. Wer hier die Mehrheit hält, ist vor einem Konkurswurf geschützt. Managerkarten bringe zusätzliche Einnahmen, gegen diese Karten kann ein Headhunter zum Einsatz gebracht werden, der fremde Manager abwirbt. Eine Verdopplung des Profits bringen die "X2-Karten".

Sehr nah an der Realität - wir brauchen nur an das abgelaufene Jahr in der Spieleszene zu denken - sind die "Take over-Karten", mit denen man langfristig Geschäftsübernahmen planen kann. Risikofirmen (siehe Bild), die einfach ins Spiel gebracht werden können und hohen Profit abwerfen, allerdings stets kurz vor dem Geschäftsuntergang stehen, erhöhen den Spielreiz ebenso, wie Sonderkarten, mit denen sich das Würfelergebnis verändern läßt und weitere Spezialkarten. Anfangs wirkt die Auslage mit den vielen neuen Karten zwar etwas unübersichtlicher, aber man gewöhnt sich schnell an die vielfältigen Zusätze, die X-Pasch noch spannender machen.Gespielt wird nach den Ergänzungsregeln auf 150 Punkte .

Mein sehr gutes Schlußurteil der alten Besprechung kann ich hier nur wiederholen. Obwohl der Glücksfaktor eine ziemlich große Rolle bei X PASCH DELUXE spielt, der Überblick über die mit der Zeit zahlreich ausliegenden Firmen und Sonderkarten nicht einfach ist und ständig gerechnet werden muß, hält die Begeisterung über das Spiel immer noch an. Gespielt wird nur noch nach den Ergänzungsregeln mit den Sonderkarten, die atmosphärisch das Wirtschaftsthema viel anschaulicher machen.

(Wieland Herold)